
Was sich in erster Linie vielleicht wie der Name eines berühmten Parfüms anhört, ist in diesem Falle ein Thriller, geschrieben von Simon Beckett. Beckett dürfte unter deutschen Thrillerfans durch seine drei Bücher Die Chemie des Todes (Chemisty of death), Kalte Asche (Written in bones) und Leichenblässe (Whispers of dead) bekannt sein, die sich um das Leben des forensichen Anthropologen Dr. David Hunter drehen. In Obsession (Owning Jacob) steht nun eine andere Figur im Rampenlicht. Klappentext:
Als seine Frau plötzlich stirbt, ist Ben am Boden zerstört. Allein Sarahs autistischer Sohn Jacob spendet ihm Trost. Aber während er die Schränke der Toten ausräumt, macht Ben eine furchtbare Entdeckung: Jacob war gar nicht Sarahs Kind. Offenbar hat sie den Jungen entführt, als der noch ein Baby war. Fassungslos macht sich Ben auf die Suche nach Jacobs leiblichen Eltern – und gerät in einen Strudel tödlicher Obsessionen.
Wer die drei oben genannten Bücher gelesen hat, wird wohl in erster Linie vom Namen Beckett enttäuscht sein. Es geht nicht darum, rätselhafte Morde aufzuklären, sondern viel mehr um die Sorgerechtsfrage für den kleinen Jacob. Zwar sieht Ben ein, dass der leibliche Vater ein Recht auf das Sorgerecht für den Jungen hat, er erkennt aber auch, dass der ehemalige Soldat, der nun auf einem Schrottplatz arbeitet, dem Jungen kein guter Vater ist. Also legt er alles daran, "seinen" Sohn zurückzukriegen.
Teilweise fehlt es dem Thriller etwas an Handlung, etwa dann, wenn über Seiten beschrieben wird, wie sich Ben aus Kummer betrinkt oder nostalgisch der früheren Zeit gedenkt.
Obwohl sich der Leser diesmal nicht auf die Suche nach dem Mörder begibt, gibt es doch ein für Beckett typisches Ende. Wer die eine oder andere Dürreperiode aushalten kann und ein Buch sucht, in dem Mann abends ein paar Seiten lesen kann, der darf hier beruhigt zugreifen.
Am Rande erwähnt: Simon Beckett scheint gefallen daran zu finden, die Ehefrauen seiner Hauptfiguren in seinen Roman das Zeitliche segnen zu lassen. Sowohl in den Hunter-Büchern als auch in Obsession müssen die Protagonisten ihre Lebenspartnerinnen betrauern. Er selbst ist allerdings glücklich verheiratet.







